Telefonnotiz-Vorlage und Ansagetexte für Kanzleien
Inhalt
Montagmorgen, 8:40 Uhr. Auf dem Schreibtisch liegen drei gelbe Zettel: "Hr. Schmidt, Rückruf, dringend", "Frau ?, wegen Kündigung", "Gegenseite hat angerufen". Auf dem Anrufbeantworter warten sieben Nachrichten, zwei davon ohne Rückrufnummer. Wer jetzt zurückruft, fängt bei jedem Gespräch von vorn an.
Eine einheitliche Telefonnotiz und durchdachte Ansagetexte lösen beides. Die Notiz sorgt dafür, dass jeder, der abnimmt, dieselben Angaben festhält. Die Ansage sorgt dafür, dass Anrufer, die niemanden erreichen, wissen, was sie tun sollen, und das Richtige hinterlassen. In diesem Artikel finden Sie eine Vorlage zum Kopieren und zwölf Ansagetexte für typische Situationen einer Kanzlei.
Die Telefonnotiz: Vorlage zum Kopieren
Die folgende Vorlage ist für Sekretariat, Anwälte und Vertretungen gleichermaßen gedacht. Sie passt auf eine halbe Seite, lässt sich als Formular ausdrucken oder als Textbaustein in E-Mail und Kanzleisoftware anlegen.
TELEFONNOTIZ
────────────────────────────────────────────
Datum / Uhrzeit: __.__.____ __:__ Uhr
Aufgenommen von: ______________________
Für: ______________________
ANRUFER
Name: ______________________
Rückrufnummer: ______________________
E-Mail (falls genannt): ______________________
Anrufer ist: [ ] Neumandant [ ] Bestandsmandant
[ ] Gegenseite [ ] Gericht / Behörde
[ ] Sonstige: ______________
Aktenzeichen: ______________________
ANLIEGEN
Worum geht es (1 bis 2 Sätze):
______________________________________________
______________________________________________
Rechtsgebiet: ______________________
Fristen (wörtlich, wie genannt):
______________________________________________
Unterlagen vorhanden: ______________________
DRINGLICHKEIT
[ ] Sofort (Durchstellen / Notfallnummer)
[ ] Heute [ ] Nächster Werktag [ ] Ohne Eile
RÜCKRUF
Gewünscht: [ ] Ja [ ] Nein
Erreichbar am/ab: ______________________
Vereinbart: ______________________
────────────────────────────────────────────
Erledigt am: ________ von: ________Warum diese Felder
Jedes Feld beantwortet eine Frage, die sonst beim Rückruf gestellt werden müsste.
| Feld | Wozu |
|---|---|
| Datum, Uhrzeit, aufgenommen von | Nachvollziehbarkeit, auch später in der Akte |
| Anrufer ist | Ein Neumandant braucht eine andere Reaktion als die Gegenseite oder das Gericht |
| Aktenzeichen | Bestandsmandanten und Gegenseite lassen sich sofort zuordnen |
| Anliegen in 1 bis 2 Sätzen | Wer zurückruft, weiß, worum es geht, bevor er wählt |
| Rechtsgebiet | Die Notiz landet bei der richtigen Person |
| Fristen wörtlich | Was der Anrufer sagt, wird nicht umgedeutet; die Bewertung bleibt beim Anwalt |
| Dringlichkeit | Entscheidet, ob sofort durchgestellt oder morgen zurückgerufen wird |
| Rückrufwunsch und Erreichbarkeit | Kein Rückruf ins Leere |
| Erledigt am, von | Keine Notiz bleibt liegen, keine wird doppelt bearbeitet |
Drei Regeln für die Aufnahme
- Fristen wörtlich notieren. Schreiben Sie auf, was der Anrufer sagt ("Brief kam am Freitag, da steht zwei Wochen"), nicht was Sie daraus schließen. Die Bewertung ist anwaltliche Arbeit.
- Keine Auskünfte an die Gegenseite. Wer für die Gegenseite anruft, bekommt keine inhaltlichen Auskünfte zu laufenden Mandaten. Notiert werden Kontaktdaten, Aktenzeichen und Anliegen.
- Keine Auskunft zur Akte am Telefon, wenn die Identität unklar ist. Wer nach dem Stand seiner Sache fragt, bekommt einen Rückruf, keine Auskunft von jemandem, der den Anrufer nicht sicher zuordnen kann.
Wohin mit der Notiz
Eine Telefonnotiz auf Papier geht verloren, spätestens wenn sie unter der Post liegt. Besser ist ein fester digitaler Ort: ein gemeinsames Postfach, eine Aufgabe in der Kanzleisoftware oder eine Liste, auf die alle Zugriff haben. Wichtig ist nur, dass es genau einen Ort gibt und dass jede Notiz dort landet, auch die, die abends am Handy entsteht. Gehört ein Anruf zu einer Akte, wandert die Notiz nach dem Rückruf in die Akte.
Ansagetexte für den Anrufbeantworter: zwölf Beispiele
Eine gute Ansage hat vier Bestandteile: wer Sie sind, warum gerade niemand abnimmt, wann Sie wieder erreichbar sind und was der Anrufer tun soll. Alles darüber hinaus hört kaum jemand bis zum Ende. Die folgenden Texte können Sie direkt übernehmen; ersetzen Sie die Angaben in eckigen Klammern.
1. Außerhalb der Bürozeiten
"Guten Tag, Sie haben die Kanzlei [Name] erreicht. Unsere Bürozeiten sind Montag bis Freitag von [9] bis [17] Uhr. Bitte hinterlassen Sie Ihren Namen, Ihre Rückrufnummer und ein kurzes Stichwort zu Ihrem Anliegen. Wir melden uns am nächsten Werktag."
2. Außerhalb der Bürozeiten, mit Hinweis für dringende Fälle
"Guten Tag, hier ist die Kanzlei [Name]. Wir sind gerade nicht im Büro. In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an [Name der Vertretung] unter der Nummer [Nummer]. Für alle anderen Anliegen hinterlassen Sie bitte Name und Rückrufnummer, wir rufen am nächsten Werktag zurück."
3. Mittagspause
"Kanzlei [Name], guten Tag. Wir sind von [12:30] bis [13:30] Uhr in der Mittagspause. Bitte hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Nummer, wir rufen Sie heute Nachmittag zurück."
4. Während eines Gerichtstermins (Einzelkanzlei)
"Guten Tag, Sie sind bei Rechtsanwältin [Name]. Ich bin gerade in einem Termin und ab [Uhrzeit] wieder erreichbar. Hinterlassen Sie mir bitte Ihren Namen, Ihre Rückrufnummer und worum es geht. Ich melde mich heute noch bei Ihnen."
5. Alle Leitungen belegt (Überlauf)
"Kanzlei [Name], guten Tag. Im Moment sind alle Mitarbeitenden im Gespräch. Bitte hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Nummer, wir rufen Sie so schnell wie möglich zurück."
6. Urlaub
"Guten Tag, hier ist die Kanzlei [Name]. Wir sind vom [Datum] bis einschließlich [Datum] nicht im Büro. Ab dem [Datum] sind wir wieder für Sie da. In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an [Vertretung] unter [Nummer]."
7. Zwischen den Jahren
"Guten Tag, Sie haben die Kanzlei [Name] erreicht. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist unser Büro geschlossen. Ab dem [Datum] sind wir wieder erreichbar. Bitte hinterlassen Sie Name und Rückrufnummer, wir melden uns in der ersten Januarwoche."
8. Gesetzlicher Feiertag
"Kanzlei [Name], guten Tag. Heute ist Feiertag, unser Büro ist geschlossen. Am [nächster Werktag] sind wir ab [9] Uhr wieder für Sie da. Bitte hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Rückrufnummer."
9. Krankheit oder kurzfristige Abwesenheit
"Guten Tag, hier ist die Kanzlei [Name]. Wegen einer kurzfristigen Abwesenheit sind wir heute nur eingeschränkt erreichbar. Bitte hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Nummer oder schreiben Sie an [E-Mail]. In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an [Vertretung] unter [Nummer]."
10. Für Erstanfragen
"Guten Tag, Sie sind bei der Kanzlei [Name], Schwerpunkt [Rechtsgebiete]. Wenn Sie uns zum ersten Mal anrufen, nennen Sie bitte Ihren Namen, Ihre Rückrufnummer und in einem Satz, worum es geht. Wir melden uns innerhalb von [Zeitraum]."
11. Englischsprachige Ergänzung
"Guten Tag, Sie haben die Kanzlei [Name] erreicht. Bitte hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Nummer. For English, please leave your name, your phone number and a short message. We will call you back."
12. Kanzleiumzug oder neue Nummer
"Guten Tag, hier ist die Kanzlei [Name]. Unsere Kanzlei ist umgezogen. Sie erreichen uns ab sofort unter [neue Nummer] und in der [neue Anschrift]. Bitte notieren Sie sich die neue Nummer. Vielen Dank."
Was Sie in Ansagen vermeiden sollten
- "Rufen Sie später wieder an." Das tut kaum jemand. Er ruft die nächste Kanzlei an.
- Veraltete Angaben. Eine Urlaubsansage, die zwei Wochen nach der Rückkehr noch läuft, wirkt nachlässiger als gar keine. Legen Sie sich einen Kalendereintrag zum Zurückstellen an.
- Lange Einleitungen. Datenschutzhinweise, Öffnungszeiten aller Standorte und das gesamte Leistungsspektrum gehören auf die Website, nicht vor den Piepton.
- Die Bitte, den Fall ausführlich zu schildern. Ein Stichwort genügt. Alles Weitere klärt der Rückruf.
- Hintergrundgeräusche. Nehmen Sie die Ansage in einem ruhigen Raum auf, sprechen Sie langsam und nennen Sie Nummern zweimal.
Wo Notiz und Ansage an Grenzen stoßen
Beide Werkzeuge verbessern, was ohnehin passiert. Sie ändern nichts daran, dass ein Anrufbeantworter nicht nachfragt. Wer nur "Müller, bitte zurückrufen" auf das Band spricht, hinterlässt eine Notiz mit einer Zeile, egal wie gut die Vorlage ist. Und was dringend ist, bleibt liegen, bis jemand abhört.
Deshalb lohnt es sich, die Ansagen mit einer Weiterleitung zu kombinieren: tagsüber als Überlauf, abends und am Wochenende als Vertretung. Wie Sie Weiterleitungen für jedes Gerät einrichten, zeigt unsere Anleitung zur Rufweiterleitung. Welche Lücken es in Ihrer Erreichbarkeit überhaupt gibt, finden Sie mit dem Leitfaden zur telefonischen Erreichbarkeit heraus.
Wenn die Notiz von selbst entsteht
Ein KI-Anrufbeantworter geht einen Schritt weiter als das Band: Er begrüßt den Anrufer, fragt nach dem Anliegen und macht daraus eine schriftliche Notiz statt einer Sprachnachricht. Die Felder der Vorlage oben füllen sich damit von selbst.
Bei LexDial liegt nach jedem Anruf eine Notiz in Ihrer Liste: Anliegen in ein bis zwei Sätzen, Rechtsgebiet, Dringlichkeit, Kontakt und Rückrufwunsch, immer auf Deutsch. Was der Anrufer zu Fristen sagt, steht wörtlich darin. Daneben steht der vollständige Wortlaut des Gesprächs, sofern der Anrufer eingewilligt hat. Der Assistent erkennt, wer anruft: Neumandant, Bestandsmandant, Gegenseite, Gericht oder Werbung. Die Gegenseite bekommt keine Auskunft zu laufenden Mandaten. Ist ein Anruf ein Notfall, stellt er sofort an eine hinterlegte Nummer durch. Die Begrüßung legen Sie im Onboarding-Gespräch mit Ihrem Concierge fest, ebenso die Rechtsgebiete und die Weiterleitungsregeln. Was der Assistent im Einzelnen tut, steht auf der Seite Produkt.
Die Notizen lassen sich als CSV, Excel oder PDF exportieren. Gespeichert werden Nummer, Wortlaut und Notiz verschlüsselt mit einem eigenen Schlüssel je Kanzlei; den Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO erhalten Sie im Onboarding.
Fazit
Eine Telefonnotiz mit festen Feldern und eine Handvoll gepflegter Ansagetexte kosten eine Stunde Arbeit und sparen jeden Tag Rückfragen. Übernehmen Sie die Vorlage, passen Sie sie an Ihre Rechtsgebiete an und legen Sie für jede Abwesenheit die passende Ansage bereit, mit einem konkreten Weg für dringende Fälle. Wer möchte, dass die Notiz auch abends und am Wochenende vollständig ist, lässt sie von einem Assistenten schreiben, der nachfragt.
Haftungsausschluss: Die Inhalte dieses Blogs geben den Stand zum Zeitpunkt ihrer letzten Aktualisierung (26. September 2026) wieder. Wir überprüfen bestehende Beiträge nicht laufend auf Aktualität.
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- Ansagetexte
- Anrufbeantworter
Mitgründer und CTO von LexDial, dem KI-Sekretariat für Anwaltskanzleien. Leitet die Entwicklung des Assistenten und der Verschlüsselung.
Häufige Fragen.
Was gehört in eine Telefonnotiz in der Kanzlei?
Mindestens Datum und Uhrzeit, Name und Rückrufnummer, wer anruft (Neumandant, Bestandsmandant, Gegenseite, Gericht), das Anliegen in ein bis zwei Sätzen, das Rechtsgebiet, die Dringlichkeit mit wörtlichen Angaben zu Fristen, der Rückrufwunsch und wer die Notiz aufgenommen hat.
Wie lang sollte eine Ansage auf dem Anrufbeantworter sein?
So kurz wie möglich: Kanzleiname, der Grund, warum gerade niemand abnimmt, wann Sie wieder erreichbar sind und was der Anrufer hinterlassen soll. Mehr als drei bis vier Sätze hört kaum jemand bis zum Ende.
Was sage ich auf dem Anrufbeantworter für dringende Fälle?
Nennen Sie einen konkreten Weg, etwa: In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an unsere Vertretung unter der Nummer ... Ein allgemeines Rufen Sie später wieder an hilft niemandem, der eine Frist im Briefkasten hat.
Soll ich auf dem Anrufbeantworter um Details zum Fall bitten?
Bitten Sie um Name, Rückrufnummer und ein kurzes Stichwort zum Anliegen. Ausführliche Schilderungen gehören ins Gespräch. Eine Aufnahme ist keine Akte, und wer sie abhört, muss sie ohnehin nachfragen.
Kann eine Telefonnotiz automatisch entstehen?
Ja. Ein KI-Telefonassistent führt das Gespräch, fragt je Fallart nach und legt danach eine Notiz mit Anliegen, Rechtsgebiet, Dringlichkeit, Kontakt, Rückrufwunsch und Wortlaut hin. Bei LexDial ist die Notiz immer auf Deutsch.
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