

Telefonsekretariat oder KI-Sekretariat?
Was ein Sekretariatsservice mit Menschen leistet, was ein KI-Sekretariat leistet, und wann welches zu Ihrer Kanzlei passt.
Stand: 26.09.2026
Was ist ein Sekretariatsservice?
Ein Sekretariatsservice nimmt Anrufe im Namen der Kanzlei entgegen, ohne Teil der Kanzlei zu sein. Die Namen wechseln: Telefonsekretariat, virtuelles Sekretariat, virtuelle Sekretärin. Das Modell ist dasselbe: Mitarbeitende melden sich mit dem Kanzleinamen, folgen einem Skript und schicken die Notiz per E-Mail oder Portal.
So arbeitet ein Telefonsekretariat.
Beim klassischen Telefonsekretariat nehmen Menschen ab. Sie arbeiten beim Dienstleister, meist in Schichten, und betreuen in der Regel mehrere Auftraggeber parallel. Für Ihre Kanzlei hinterlegen Sie vorab, was zu tun ist: welche Angaben erfragt werden, wer durchgestellt wird, was in die Notiz gehört. Nach jedem Gespräch kommt die Notiz per E-Mail, App oder Portal.
Die Stärke dieses Modells ist der Mensch. Eine geschulte Stimme ist persönlich und kann improvisieren, wenn ein Gespräch aus dem Rahmen fällt. Manche Dienste vergeben auch Termine, wenn ein Kalenderzugriff eingerichtet ist. Es gibt Anbieter, die ausschließlich Kanzleien betreuen und ihre Mitarbeitenden juristisch schulen. Die sind deutlich näher am Bedarf einer Kanzlei als ein allgemeiner Callcenter-Tarif, kosten aber auch entsprechend.
Die Grenzen liegen woanders: Erfasst wird, was im Skript steht. Randzeiten und 24/7 gibt es meist gegen Aufpreis. Parallele Anrufe sind begrenzt, und die Rechnung steigt mit jeder Minute.
So arbeitet ein KI-Sekretariat.
Beim KI-Sekretariat nimmt ein KI-Telefonassistent ab. Er meldet sich mit dem Namen Ihrer Kanzlei, stellt sich als KI-Assistenz vor und fragt nach der Einwilligung. Dann erkennt er, wer anruft, und stellt einem Neumandanten die Fragen der erkannten Fallart: bei einer Kündigung zuerst den Zugang, bei einer Abmahnung die gesetzte Frist.
Er ist durchgehend erreichbar, auch wenn mehrere Anrufe zugleich eingehen. Erkennt er einen Notfall, stellt er sofort an eine hinterlegte Nummer durch. Nach dem Gespräch liegt eine Notiz in Ihrer Liste: Anliegen, Rechtsgebiet, Dringlichkeit, Kontakt, Rückrufwunsch und, wenn der Anrufer eingewilligt hat, der Wortlaut.
Stimme, Begrüßung und Rechtsgebiete legen Sie im Onboarding-Gespräch mit Ihrem Concierge fest; 30 Stimmen stehen zur Wahl. Was er nicht tut: beraten, Termine vergeben, Auskunft zur Akte geben. Und eine vertraute Stimme ersetzt er nicht. Wer ihn anruft, weiß, dass er mit einer KI spricht.
Virtuelles Sekretariat, virtuelle Sekretärin.
Die Begriffe für dasselbe Modell sind zahlreich. Sekretariatsservice und Telefonsekretariat beschreiben einen Dienst, der für Sie ans Telefon geht. Virtuelles Sekretariat und virtuelle Sekretärin betonen, dass niemand in Ihrer Kanzlei sitzt. Gemeint ist in allen Fällen ein Dienstleister, dessen Mitarbeitende sich mit Ihrem Kanzleinamen melden.
Telefonsekretärin ist die ältere Bezeichnung für die Person, die in einer Kanzlei vor allem die Anrufe annimmt. Heute übernimmt diese Rolle meist eine Sekretariatskraft neben anderen Aufgaben, ein externer Telefonservice oder, ergänzend, ein KI-Telefonassistent.
Das KI-Sekretariat ist die jüngste Form. Hier geht kein Mensch ans Telefon, sondern eine KI, die ein Gespräch führt und eine Notiz schreibt. Ob das für Ihre Kanzlei passt, hängt weniger am Begriff als an Ihren Anrufen.
Mensch und KI nebeneinander.
| Telefonsekretariat | KI-Sekretariat (LexDial) | |
|---|---|---|
| Erreichbar | 24/7 möglich, gegen Aufpreis | Durchgehend |
| Mehrere Anrufe zugleich | Begrenzt | Ja |
| Rückfragen | Nach Skript | Je Rechtsgebiet |
| Notfall | Nach vorab festgelegter Regel | An eine hinterlegte Nummer |
| Übergabe | Skriptabhängig | Notiz mit Wortlaut |
| Termine | Manche Dienste, mit Kalenderzugriff | Nein, nur Rückrufwunsch |
| Persönliche Bindung | Mittel | Gering |
| Kosten im Monat | 0 bis rund 190 € Grundgebühr, je Anruf 0,59 bis 1,70 €, je Minute bis 1,39 € | 69 bis 329 €, netto |
Telefonservice laut Preisseiten von ebuero, anwaltssekretariat.de, starbuero und phonea, Stand 09/2026, netto. Sekretariat: Bruttomonatslohn einer Rechtsanwaltsfachangestellten laut WSI-Lohnspiegel, abgerufen 09/2026, ohne Arbeitgeberanteil und Nebenkosten; Halbtags anteilig gerechnet. Verbindlich ist das Angebot des jeweiligen Anbieters. LexDial: Listenpreise, netto.
Wann ein Telefonsekretariat besser passt.
- Bei Mandanten, die Sie seit Jahren kennen.Wer eine vertraute Stimme erwartet, merkt, dass eine KI abnimmt. Für diese Anrufe ist ein Mensch richtig.
- Wenn Termine am Telefon vergeben werden sollen.Manche Dienste buchen mit Kalenderzugriff. Ein KI-Sekretariat wie LexDial hält nur den Rückrufwunsch fest.
- Wenn ein Gespräch aus dem Rahmen fällt.Ein aufgebrachter Anrufer, eine unklare Zuständigkeit: Ein erfahrener Mensch improvisiert besser als jedes System.
Wann ein KI-Sekretariat besser passt.
- Abends, am Wochenende, im Urlaub.Durchgehend erreichbar, ohne Aufschlag für Randzeiten.
- Wenn es auf die Fragen ankommt.Fragen je Fallart statt Skript, Fristangaben wörtlich in der Notiz.
- Wenn die Rechnung planbar sein soll.Ein Tarif mit Paket statt eines Preises je Minute.
Wann was passt.






Mensch und KI kombinieren.
Die Frage wird oft als Entweder-oder gestellt. In der Praxis kombinieren viele Kanzleien. Das eigene Sekretariat übernimmt die Kernzeiten, komplexe Anrufe, Bestandsmandanten mit persönlicher Bindung und alles, was nahe am Kanzleialltag liegt. Die KI fängt Randzeiten und Spitzen ab: vor und nach den Bürozeiten, am Wochenende, in der Mittagspause, bei Urlaub und Krankheit und wenn mehrere Anrufe zugleich eingehen.
Bekannte Nummern werden dabei direkt zu Ihnen durchgestellt, ohne KI-Begrüßung. Wer Sie persönlich erreichen soll, erreicht Sie. Die übrigen Anrufe landen mit Notiz in der Liste, die das Sekretariat am Morgen abarbeitet.
Der Einstieg geht in Stufen: erst nur die Randzeiten, dann der Überlauf, wenn tagsüber niemand abnimmt, zuletzt auf Wunsch der Erstkontakt für neue Anfragen.
Was es kostet.
Eine Stelle kostet unabhängig vom Anrufaufkommen gleich viel, ein Minutenpreis steigt mit jedem Anruf, ein Tarif bleibt nach Paket planbar.
| Kosten im Monat | Was es abdeckt | |
|---|---|---|
| Halbtagskraft im Sekretariat | rund 1.380 bis 1.610 € brutto | 20 Wochenstunden, dazu Arbeitgeberanteil und Nebenkosten |
| Vollzeitkraft im Sekretariat | 2.620 bis 3.060 € brutto | Bürozeiten, dazu Arbeitgeberanteil und Nebenkosten |
| Externer Telefonservice | 0 bis rund 190 € Grundgebühr, je Anruf 0,59 bis 1,70 €, je Minute bis 1,39 € | Aufschläge für Anrufannahme rund um die Uhr |
| LexDial | 69, 179 oder 329 € | Durchgehend, nach Tarif |
Telefonservice laut Preisseiten von ebuero, anwaltssekretariat.de, starbuero und phonea, Stand 09/2026, netto. Sekretariat: Bruttomonatslohn einer Rechtsanwaltsfachangestellten laut WSI-Lohnspiegel, abgerufen 09/2026, ohne Arbeitgeberanteil und Nebenkosten; Halbtags anteilig gerechnet. Verbindlich ist das Angebot des jeweiligen Anbieters. LexDial: Listenpreise, netto.
Die Rechnung zu Ende führen.
Der Minutenpreis eines Telefonsekretariats ist nicht die Monatsrechnung. Zur Grundgebühr von 0 bis rund 190 € kommen je angenommenem Anruf 0,59 bis 1,70 € und je Gesprächsminute bis 1,39 €, dazu Aufschläge für die Annahme rund um die Uhr, Stand 09/2026.
100 Anrufe zu je drei Minuten kosten bei ebuero im Einsteigertarif 615,90 €: 59,90 € Grundgebühr, dazu je 1,39 € für jede Anrufannahme und jede Minute. Läuft es gut, steigt die Rechnung mit. Beim KI-Sekretariat von LexDial sind die Minuten im Tarif enthalten: 100 bei Starter, 350 bei Growth, unbegrenzt bei Premium. Rechenbeispiele und Schwellen zwischen den Tarifen stehen unter Kosten.
Die dritte Größe ist eine eigene Stelle. Eine Rechtsanwaltsfachangestellte verdient in Vollzeit 2.620 bis 3.060 € brutto im Monat, vor Arbeitgeberanteil und Nebenkosten, unabhängig davon, wie oft das Telefon klingelt. Dafür übernimmt sie auch alles jenseits des Telefons.
Eine Frage trennt Angebote zuverlässig: Was kostet ein Monat mit doppelt so vielen Anrufen?
Worauf Kanzleien beim Vertrag achten.
Wer die Anrufannahme auslagert, gibt Mandantendaten an einen Dritten, ob an Menschen oder an Software. Dafür braucht es einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. § 203 StGB stellt die Offenbarung anvertrauter Geheimnisse unter Strafe; Absatz 3 erlaubt die Einbindung mitwirkender Personen, verlangt dafür aber eine ausdrückliche Verpflichtung zur Geheimhaltung. Bei einem menschlichen Dienst betrifft das jede Person, die Ihre Anrufe annimmt.
Bei LexDial erhalten Sie den Auftragsverarbeitungsvertrag im Onboarding. Nummer, Wortlaut und Notiz werden mit einem eigenen Schlüssel je Kanzlei verschlüsselt. Einzelheiten unter Sicherheit, die Norm unter § 203 StGB. Das ist keine Rechtsberatung.
Einen auf Kanzleien spezialisierten Sekretariatsservice und LexDial vergleichen wir im Detail unter Anwaltssekretariat im Vergleich. Einen Überblick über alle Wege der Anrufannahme gibt Telefonservice für Anwälte, was ein eigenes Sekretariat leistet und kostet, erklärt Anwaltssekretariat.
Häufige Fragen.
Was ist ein Sekretariatsservice?
Ein Dienst, der Anrufe im Namen der Kanzlei entgegennimmt, ohne Teil der Kanzlei zu sein. Mitarbeitende melden sich mit dem Kanzleinamen, folgen einem Skript und schicken die Notiz per E-Mail oder Portal. Andere Namen sind Telefonsekretariat, virtuelles Sekretariat und virtuelle Sekretärin.
Was ist der Unterschied zwischen Telefonsekretariat und KI-Sekretariat?
Beim Telefonsekretariat nimmt ein Mensch nach Ihrem Skript ab. Beim KI-Sekretariat nimmt ein KI-Telefonassistent ab, stellt Fragen je Fallart und legt eine Notiz mit Wortlaut hin. Der Mensch ist persönlicher, die KI ist durchgehend erreichbar und nimmt mehrere Anrufe zugleich an.
Was kostet ein Telefonsekretariat?
Die Preisseiten großer Anbieter nennen eine Grundgebühr von 0 bis rund 190 € im Monat, dazu je angenommenem Anruf 0,59 bis 1,70 € und je Gesprächsminute bis 1,39 €, Stand 09/2026. Für die Annahme rund um die Uhr kommen Aufschläge dazu.
Ersetzt ein KI-Sekretariat eine Sekretärin?
Die telefonische Erstaufnahme ja, das übrige Sekretariat nicht. Akten, Fristenkalender, beA und persönliche Betreuung bleiben bei Menschen und Kanzleisoftware.
Kann ich Mensch und KI kombinieren?
Mit dem eigenen Sekretariat ja, das ist der übliche Weg: das Team tagsüber, die KI nach Feierabend und als Überlauf.
Was ist eine virtuelle Sekretärin?
Ein anderer Name für einen Sekretariatsservice: Mitarbeitende eines Dienstleisters nehmen Anrufe im Namen Ihrer Kanzlei entgegen, ohne in der Kanzlei zu sitzen. Beim KI-Sekretariat übernimmt diese Rolle eine KI.
Vereinbart eine virtuelle Sekretärin Termine?
Klassische Dienste manchmal, wenn ein Kalenderzugriff eingerichtet ist. LexDial tut das nicht; es hält den Rückrufwunsch samt Erreichbarkeit fest.
Spricht das KI-Sekretariat andere Sprachen?
Deutsch ist die Standardsprache. Weitere Sprachen schalten Sie mit Ihrem Concierge frei. Die Notiz erscheint immer auf Deutsch, der Wortlaut bleibt im Original.
Wann ist ein Telefonsekretariat mit Menschen die bessere Wahl?
Wenn viele Anrufer eine vertraute Stimme erwarten, wenn am Telefon Termine vergeben werden sollen oder wenn Gespräche oft aus dem Rahmen fallen. Ein erfahrener Mensch improvisiert besser als jedes System.
Wie wird ein KI-Sekretariat eingerichtet?
Sie behalten Ihre Nummer und leiten Anrufe weiter. Stimme, Begrüßung, Rechtsgebiete und Weiterleitungsregeln legen Sie in einem persönlichen Onboarding-Gespräch mit Ihrem Concierge fest. Danach ist der Assistent live.
Worauf achte ich beim Vertrag mit einem Sekretariatsservice?
Auf einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, auf die Verpflichtung der Mitarbeitenden zur Verschwiegenheit, auf Aufschläge für Randzeiten und darauf, was ein Monat mit doppelt so vielen Anrufen kostet. Das ist keine Rechtsberatung.