KI-Telefonassistent kostenlos: was Gratis-Angebote wirklich sind

Viktor Siewert, Co-Founder & CTO26. September 20268 Minuten Lesezeit
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Wer nach einem KI-Telefonassistenten sucht, stößt schnell auf das Wort "kostenlos". Gratis-Tarife, Testphasen, Freiminuten, Demo-Nummern. Für eine Kanzlei klingt das verlockend: erst ausprobieren, dann entscheiden. Nur verbirgt sich hinter "kostenlos" sehr Unterschiedliches, und nicht jedes Gratis-Angebot ist für Anrufe geeignet, bei denen Mandanten über Kündigungen, Unfälle oder Strafverfahren sprechen.

Dieser Artikel ordnet ein, was kostenlose Angebote für KI-Telefonie typischerweise sind, warum ein dauerhaft kostenloser Assistent selten funktioniert, wie Sie sinnvoll und ohne Risiko testen und was eine Kanzlei vom Anbieter verlangen muss, bevor der erste echte Anruf durchläuft. Konkrete Preise einzelner Anbieter finden Sie auf unserer Seite zu den Kosten eines KI-Telefonassistenten.

Was "kostenlos" bei KI-Telefonie meistens heißt

Im Markt tauchen vor allem vier Formen auf. Sie sind nicht gleichwertig.

Der Demo-Anruf

Sie rufen eine Nummer an oder bekommen einen Termin, bei dem Sie selbst mit der KI sprechen. Das kostet Sie nichts und zeigt das Wichtigste: wie die Stimme klingt, wie der Assistent nachfragt und ob er versteht, was Sie sagen. Was ein Demo-Anruf nicht zeigt, ist der Alltag: Ihre Rechtsgebiete, Ihre Anrufer, Ihre Stoßzeiten.

Die befristete Testphase

Ein vollwertiger Zugang für einige Tage oder Wochen. Testzugänge sind üblich und werden häufig individuell vereinbart. Wertvoll ist eine Testphase nur, wenn sie lang genug ist, um echte Anrufwellen abzubilden, und wenn der Assistent in dieser Zeit so eingestellt ist wie später im Betrieb.

Das Gratis-Kontingent

Eine bestimmte Zahl an Minuten oder Anrufen ist frei, danach wird abgerechnet. Das ist im Kern ein Minutenpreis mit Startguthaben. Rechnen Sie aus, was ein normaler Monat danach kostet.

Der dauerhaft kostenlose Tarif

Selten, und fast immer begrenzt: wenige Minuten im Monat, keine eigene Nummer, keine Weiterleitung, keine Notiz mit Wortlaut, Werbehinweis in der Begrüßung. Für eine Kanzlei ist ein solcher Tarif eher ein Spielzeug als ein Werkzeug.

Warum ein KI-Telefonassistent selten dauerhaft kostenlos ist

Hinter jedem Gespräch stehen laufende Kosten. Die Spracherkennung macht aus Gesprochenem Text, ein Sprachmodell versteht den Inhalt und wählt die nächste Frage, die Sprachausgabe spricht die Antwort. Dazu kommen die Telefonie selbst, die Speicherung und der Betrieb. Jede dieser Stufen kostet pro Minute Geld.

Ein Anbieter, der das dauerhaft verschenkt, muss es anders finanzieren. Die harmlose Variante: Der Gratis-Tarif ist so begrenzt, dass er zum Wechsel in einen bezahlten Tarif drängt. Die für Kanzleien problematische Variante: Die Daten selbst sind Teil der Gegenleistung, etwa zur Verbesserung eigener Modelle. Ob das bei einem Anbieter so ist, steht nicht in der Werbung, sondern im Vertrag und in der Datenschutzerklärung. Fragen Sie ausdrücklich nach.

Was nach der Testphase kostet

Die Kosten eines KI-Telefonassistenten hängen vor allem am Abrechnungsmodell. Es gibt drei:

  • Pro Minute oder Anruf. Keine Grundgebühr, bezahlt wird jede Minute. Passt, solange kaum jemand anruft.
  • Paket mit Minuten. Eine Pauschale mit Kontingent, darüber kosten Zusatzminuten. Im Markt liegen Zusatzminuten meist bei 0,50 bis 1,50 Euro.
  • Pauschale ohne Grenze. Mehr Anrufe bewegen die Rechnung nicht mehr.

Dazu kommen mögliche Einrichtungsgebühren. Manche Anbieter verlangen einmalig für Anbindung, Begrüßung, Rechtsgebiete und Testphase zwischen 0 und 500 Euro, in seltenen Fällen mehr. Eine "kostenlose Testphase" mit anschließender Einrichtungsgebühr ist also nicht unbedingt günstiger als ein Tarif ohne Testphase und ohne Einrichtungsgebühr.

Fünf Fragen zeigen, was ein Monat nach dem Test wirklich kostet:

  1. Was kostet eine Minute über dem Paket?
  2. Fällt eine Einrichtungsgebühr an, und in welcher Höhe?
  3. Wie lange bin ich gebunden?
  4. Welche Funktionen kosten extra: Weiterleitung, Wortlaut, API?
  5. Was kostet ein Monat mit doppelt so vielen Anrufen?

Eine Übersicht der Preismodelle, Anbieter mit Quelle und Stand sowie der Vergleich zu einem Menschen am Telefon steht auf unserer Seite KI-Telefonassistent: Kosten.

Warum eine Kanzlei nicht einfach "irgendeinen" Gratis-Assistenten testen sollte

Für einen Friseursalon ist ein Gratis-Assistent ein überschaubares Risiko. Für eine Kanzlei nicht. Wer bei Ihnen anruft, erzählt oft schon im ersten Satz, worum es geht: eine Trennung, eine Abmahnung, ein Ermittlungsverfahren. Diese Informationen unterliegen der anwaltlichen Verschwiegenheit, sobald sie bei der Kanzlei ankommen, und damit auch bei jedem, der für die Kanzlei abnimmt.

Drei Normen sind dabei regelmäßig im Blick. § 203 StGB stellt die unbefugte Offenbarung fremder Geheimnisse durch Berufsgeheimnisträger unter Strafe und regelt, unter welchen Voraussetzungen mitwirkende Personen einbezogen werden dürfen. § 43e BRAO regelt, unter welchen Voraussetzungen Rechtsanwälte Dienstleister in Anspruch nehmen dürfen, unter anderem mit einer Verpflichtung des Dienstleisters zur Verschwiegenheit. Art. 28 DSGVO verlangt einen Vertrag, wenn ein Dienstleister personenbezogene Daten im Auftrag verarbeitet.

Dieser Abschnitt gibt den Inhalt der Normen wieder und ist keine Rechtsberatung. Die berufsrechtliche Bewertung im Einzelfall bleibt bei Ihnen. Praktisch folgt daraus eine einfache Regel: Echte Mandantenanrufe laufen erst über einen Assistenten, wenn die vertraglichen Grundlagen stehen. Das gilt in der Testphase genauso wie danach.

Was Sie vom Anbieter verlangen sollten, auch im Test

  • Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, bevor echte Anrufe verarbeitet werden
  • Verpflichtung zur Verschwiegenheit, schriftlich
  • Kein Training der KI-Modelle mit Ihren Gesprächsdaten, ausdrücklich zugesagt
  • Verschlüsselung der gespeicherten Gespräche, idealerweise mit einem eigenen Schlüssel je Kanzlei
  • Transparenz gegenüber Anrufern: Der Assistent stellt sich als KI vor und fragt nach der Einwilligung, bevor das Gespräch inhaltlich beginnt
  • Löschung: Was passiert mit den Testdaten, wenn Sie nicht weitermachen?
  • Verarbeitungsorte: Wo werden die Gespräche verarbeitet und gespeichert, und werden Daten in Drittländer übermittelt?

Ein Anbieter, der diese Fragen im Gratis-Tarif nicht beantwortet, beantwortet sie oft auch im bezahlten Tarif nicht gut.

So testen Sie sinnvoll und ohne Risiko

Ein guter Test dauert keine Wochen, wenn er gut vorbereitet ist.

Schritt 1: Mit erfundenen Fällen anfangen

Rufen Sie selbst an und spielen Sie typische Anrufe Ihrer Kanzlei durch, mit erfundenen Namen und Sachverhalten. Eine Kündigung, die am Freitag zugegangen ist. Ein Auffahrunfall auf der Autobahn. Ein Anruf der Gegenseite. Eine Mandantin, die nach dem Stand ihrer Sache fragt. Ein Werbeanruf.

Schritt 2: Auf die richtigen Dinge achten

  • Stellt sich der Assistent als KI vor und fragt er nach der Einwilligung?
  • Fragt er nach, was Sie für den Rückruf brauchen, oder nimmt er nur auf?
  • Erkennt er, wer anruft, und gibt er der Gegenseite keine Auskunft?
  • Gibt er Rechtsrat? Das darf er nicht.
  • Was passiert bei einem Notfall: Wird durchgestellt, und wohin?
  • Wie sieht die Notiz danach aus: Anliegen, Rechtsgebiet, Dringlichkeit, Kontakt, Rückrufwunsch?

Schritt 3: Lastprobe

Lassen Sie zwei Kolleginnen gleichzeitig anrufen. Rufen Sie abends an, am Wochenende, mit Hintergrundgeräuschen, mit Akzent, mit einem Anrufer, der durcheinander erzählt. So sehen Sie, ob der Assistent auch dann trägt, wenn es nicht nach Drehbuch läuft.

Schritt 4: Die Rechnung für einen normalen Monat

Nehmen Sie Ihre Anrufliste und schätzen Sie die Minuten, die über den Assistenten laufen würden: nur Randzeiten, Randzeiten plus Überlauf oder alles. Rechnen Sie jedes Angebot für diesen Monat durch, und für einen Monat mit doppelt so vielen Anrufen.

Ein Rechenbeispiel für einen normalen Monat

Angenommen, Ihre Kanzlei leitet nur die Randzeiten und den Überlauf an einen Assistenten weiter. Im Monat sind das 80 Anrufe mit durchschnittlich drei Minuten, also 240 Minuten. So verhalten sich die drei Preismodelle:

ModellRechnungWas bei doppelt so vielen Anrufen passiert
Pro Minute240 Minuten mal MinutenpreisDie Rechnung verdoppelt sich
Paket mit 350 MinutenFeste Pauschale, alles im KontingentÜber 350 Minuten kosten Zusatzminuten
Pauschale ohne GrenzeFester BetragDie Rechnung bleibt gleich

Mit den Preisen von LexDial: Im Starter-Tarif (69 Euro, 100 Minuten) kämen 140 Zusatzminuten zu je 0,80 Euro dazu, zusammen 181 Euro. Im Growth-Tarif (179 Euro, 350 Minuten) liegen die 240 Minuten im Kontingent. Bei doppelt so vielen Anrufen, also 480 Minuten, wären es im Growth-Tarif 179 Euro plus 130 Zusatzminuten, zusammen 283 Euro; Premium kostet 329 Euro ohne Minutengrenze. Alle Beträge netto.

Solche Rechnungen zeigen, warum ein Gratis-Kontingent allein wenig aussagt. Entscheidend ist der Monat danach, und der Monat, in dem mehr Menschen anrufen als erwartet.

Wie es bei LexDial läuft

Bei LexDial buchen Sie einen kostenlosen Demo-Call, bei dem Sie live mit der KI telefonieren. So hören Sie die Qualität, bevor Sie sich entscheiden. 30 Stimmen stehen zur Wahl, Sie hören sie vorab im Dashboard.

Danach gibt es keinen Gratis-Tarif, sondern drei feste Preise: Starter 69 Euro im Monat mit 100 Minuten, Growth 179 Euro mit 350 Minuten, Premium 329 Euro ohne Minutengrenze, jeweils netto. Zusätzliche Minuten kosten bei Starter und Growth 0,80 Euro. Es gibt keine Einrichtungsgebühr, das Monatsmodell ist monatlich kündbar, und alle Tarife können dasselbe. Den Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO erhalten Sie im Onboarding, die Gespräche werden mit einem eigenen Schlüssel je Kanzlei verschlüsselt gespeichert, und die KI-Modelle werden nicht mit Ihren Gesprächsdaten trainiert.

Was ein KI-Telefonassistent in einer Kanzlei anders machen muss als anderswo, erklärt unsere Übersichtsseite.

Fazit

"Kostenlos" ist bei KI-Telefonie meist ein Einstieg, kein Dauerzustand. Ein Demo-Anruf zeigt die Qualität, eine gute Testphase zeigt den Alltag, ein Gratis-Kontingent ist ein Minutenpreis mit Startguthaben. Für eine Kanzlei zählt weniger, ob die ersten Minuten nichts kosten, sondern ob Vertrag, Verschwiegenheit und Datenverarbeitung vom ersten echten Anruf an stimmen, und was ein normaler Monat danach kostet. Testen Sie mit erfundenen Fällen, stellen Sie die fünf Kostenfragen, und lassen Sie echte Mandantenanrufe erst durch, wenn die Grundlagen stehen.

Haftungsausschluss: Die Inhalte dieses Blogs geben den Stand zum Zeitpunkt ihrer letzten Aktualisierung (26. September 2026) wieder. Wir überprüfen bestehende Beiträge nicht laufend auf Aktualität.

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  • Datenschutz
Viktor SiewertCo-Founder & CTO

Mitgründer und CTO von LexDial, dem KI-Sekretariat für Anwaltskanzleien. Leitet die Entwicklung des Assistenten und der Verschlüsselung.

Häufige Fragen.

Gibt es einen KI-Telefonassistenten dauerhaft kostenlos?

Dauerhaft kostenlose Angebote sind selten und meist stark begrenzt, etwa auf wenige Minuten, ohne eigene Nummer oder ohne Weiterleitung. Jede Gesprächsminute verursacht beim Anbieter Kosten für Telefonie, Spracherkennung, Sprachmodell und Sprachausgabe. Irgendjemand bezahlt sie.

Wie kann ich einen KI-Telefonassistenten kostenlos testen?

Üblich sind drei Wege: ein Demo-Anruf, bei dem Sie selbst mit der KI sprechen, eine zeitlich begrenzte Testphase oder ein Gratis-Kontingent an Minuten. Testzugänge werden häufig individuell vereinbart. Sinnvoll ist ein Zeitraum, der echte Anrufwellen abbildet, nicht nur zwei ruhige Tage.

Darf eine Kanzlei echte Mandantenanrufe über eine Testversion laufen lassen?

Sobald ein Dienstleister echte Anrufe annimmt, verarbeitet er Mandantendaten. Dafür braucht es vorab einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO und eine Verpflichtung zur Verschwiegenheit. Testen Sie ohne diese Grundlage nur mit erfundenen Fällen. Das ist keine Rechtsberatung; die Bewertung im Einzelfall bleibt bei Ihnen.

Was kostet ein KI-Telefonassistent nach der Testphase?

Das hängt am Abrechnungsmodell: pro Minute ohne Grundgebühr, Monatspaket mit Inklusivminuten oder Pauschale ohne Minutengrenze. Bei LexDial 69, 179 oder 329 Euro im Monat, netto, ohne Einrichtungsgebühr. Eine Übersicht mit Anbietern steht auf unserer Seite zu den Kosten.

Kann ich LexDial kostenlos testen?

Sie können in einem kostenlosen Demo-Call live mit der KI von LexDial telefonieren, bevor Sie sich entscheiden. Danach ist der Vertrag im Monatsmodell monatlich kündbar, ohne Mindestlaufzeit und ohne Einrichtungsgebühr.

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